2013 – neues Modell

Der neue Rucksacktrailer mit 16 Zoll Rädern: Modell 2013

Bewährtes soll erhalten bleiben. Verlässlich waren für mich: die Spurbreite von 500 mm, da weiß ich: wo ich durchkomme, kommt auch der Hänger durch und beim Bau gibt es nicht so viel Abfall bzgl. Aluriffelplatte (es passt die im Baumarkt erhältliche Platte mit 300 x 1000 mm optimal); für diese Platte spricht, dass man gut über Steine o.ä. damit rutschen kann ohne hängen zu bleiben – man könnte zwar eine gewichtsreduzierte Variante wählen (Lochplatte, oder selber entspr. Löcher reinbauen – aber, wie gesagt, hängen bleiben ist so größer); bezahlbare, Kugel gelagerte Räder (Reifen, Schlauch), die ganz einfach aufzustecken/abzunehmen sind; duale Monodeichsel (ich weiß, das beißt sich… nennen wir es vielleicht besser: zwei in eins); Alubauweise; glatte Auflagefläche für problemloses Schultern; Edelstahl-Achse ganz am Ende für höchste Bodenfreiheit.

Was mir noch nicht so ganz gut gefiel, war die Anbringung des Handgriffs – hier hätte ich gerne mehr Festigkeit und Stabilität –  und die Balance sollte auch noch einfacher werden, wenn das Wasser unterwegs aufgebraucht wird. Die Rädergröße könnte wenige Zoll mehr haben, speziell für unwegsames Gelände.

Die neue Zugvorrichtung

Beim neuen Modell werden die fertigen Teleskopstangen durch stabilere Alurohre ausgetauscht u. nebenbei ist das auch noch preislich günstiger; DIY ist also angesagt. Dazu benötige ich auf jeder Seite nur noch zwei Alurohre – je einmal 19,5 x 1,5 mm und 15,5 x 1,5 mm bei jeweils 1 Meter Länge – fertig aus dem Baumarkt für ca. 2,90€ bis rund 4€ /Stück; diese werden je auf ca. 800 mm gekürzt; das ergibt eine Gesamtlänge des Trailer von ca. 1,40 – 1,50 m und bei meiner Größe (1,84) einen guten Winkel für die optimale Verpackung und best mögliches Austarieren. Die Rohre lassen sich gut ineinander schieben und haben ein Spiel von nur 1 mm, d.h. kein Wackeln. Die beiden Rohre werden durch eine Sterngriffschraube, die durch eine unterhalb der Mutter aufgebohrte Gelenkrohrschelle gedreht wird, fixiert. Teleskopverschraubung

Bau der neuen Zugvorrichtung mit Stahl Sicherungsseil, die aufgrund der neuen Bauweise viel stabiler gefertigt werden kann. Sicherungsseil ist bei dieser robusteren Bauweise eigentlich nicht nötig weil das Zuggestänge mit dem Handgriff verschraubt ist; ich baue trotzdem eines ein – wie der Name schon sagt, zur zusätzlichen Sicherung.

22er Alurohr mit Rundholz, das genau hinein paßt, bilden die Grundlage. Löcher für die beiden Stangenendteile durch Alu und Holz im entsprechenden Winkel bohren. Mittleren Teil des Rundholzes danach entfernen um Platz zu schaffen für die Stahlseil Klemme. Dünnere Löcher für das Drahtseil bohren. Drahtseil durchführen, nach der einen Seite rausziehen, mit Klemme schließen. (Zur Verdeutlichung hier im Bild erstmal noch ohne Moosgummiüberzug.)

Handgriff 2013-1Zur Mitte ziehen. Sieht dann innen folgendermaßen aus mit vorher übergestreiftem Moosgummi (sorry für´s Verwackeln der Aufnahme):

Handgriff 2013-3Das Stahlseil wird erst eingezogen, nachdem das Moosgummi auf dem Rohr sitzt.

Von den Seiten werden die beiden Rundholzstücke mit den passenden Bohrungen wie im Alurohr passgenau eingeschoben; zum Rand lasse ich soviel Abstand, dass ich später die beiden Stopfen draufstecken kann. Sieht dann m.E. besser aus und es besteht keine Verletzungsgefahr.

Handgriff 2013-2

Hier erkennt man die Reihenfolge des Zusammenbaus.

Jetzt müssen nur noch die beiden Stangenenden durch die beiden Bohrungen im Handgriff, mit innenliegenden Rundhölzern und Bohrung an der gleichen Stelle, gesteckt werden und seitlich mit einer Bohrung versehen werden (durch Rundholz, Endstück der Deichselrohre) zur Verschraubung der beiden Deichselrohre mit dem Handgriff.

Handgriff 2013-4

Zum Abschluss noch die beiden Stopfen drauf.

Handgriff 2013-5Fertig  – und viel stabiler als vorher. Später wird dieses komplette Teil – Handgriff mit fest damit verbundenen Teleskop Endrohren – durch Lösen der beiden Sterngriffschrauben abgenommen und auf die Auflagefläche geschoben.

Rahmen für die Gepäck Auflagefläche

Obwohl der größte Teil des Gewichts auf der Achse liegt (Alublech der Gepäckaufnahme ist mit der Achse verbunden, s.u.), werden die beiden dickeren Alurohre (19,5 x 1,5 mm) zur Aufnahme der Zugvorrichtung, der Gepäckauflagefläche und der Räderachse zuerst an dem Ende, an dem die Achse durchgeführt wird, verstärkt. Hier wird wieder die sehr bewährte Rohr-in-Rohr-in-Rohr Verklebung mit Epoxidharz vorgenommen mit einem kleinen Abstand zum äußeren Rohrende um später wieder die Abschlussstopfen einsetzen zu können.Rohrverstärkung

Auf besonderen Wunsch folgen jetzt noch ein paar Bilder von der weiteren Bauphase.

Es werden die beiden Bohrungen für die Achsaufnahme vorgenommen. Das Gestänge wird lose zusammengesteckt um die erforderliche Auflagefläche zu vermessen.

Ablagefläche anpassenDie Stellen werden markiert für die späteren Bohrungen zur Gelenkrohrschellen Befestigung.

Auch diesmal wird die Achse mittels Schellenbefestigung an der Riffelblechauflage stabilisiert. Die Achse wieder ganz am Ende anzubringen ist mir persönlich ganz wichtig wegen der dadurch erzielbaren größt möglichen Bodenfreiheit – diese beträgt bei den 16 Zoll Rädern rund 20 cm. Gewichtsbalance mache ich lieber über die Platzierung meines Gepäcks.Schellenbefestigung

Ein Bild von meiner Bezugsquelle für die Räder – Herr Schalek bietet mittlerweilen auch größere als meine 12 1/2 Zoll Räder an – bei Bestellungen für Größen über 12 1/2 Zoll aber bitte noch etwas Geduld (ca. Ende Februar 2013). Hier kann man auch die passenden Achsen für wenig Geld bekommen.

Räder mit Easy Click System u. Kugellager von Schalek:http://myworld.ebay.de/p.schalek - pschalek@aol.com

Räder mit Easy Click System u. Kugellager von Schalek:
http://myworld.ebay.de/p.schalekpschalek@aol.com

mit 12 1/2 Zoll Rädern:

12,5 Zoll Räder

oder mit 16 Zoll Rädern (Komfort wiegt schwer – rd. 700 g mehr):

16'' RäderJede Radgröße hat für entsprechende Situationen ihre Vorteile. Im Gelände haben die größeren Räder eindeutig ihre Stärke.

Die fertige Deichsel mit noch loser Sicherung. An der Verbindungsstelle der beiden Alurohre habe ich zur besseren Optik noch 2 kurze Teile von einem Wasserschlauch auf das dickere Rohr aufgezogen und ganz leicht überstehen lassen.

Deichsel

Und so sieht der 2013er Trailer fast fertig aus:

Modell 2013Auf die aufwändigere Fixierung zur Radaufnahme konnte ich diesmal verzichten. Zum Transport zerlegt.

Transport

Hier mit 16 Zoll Rädern:16 Zoll Transport

Transport mit Packtasche und schnell einsatzbereit (Deichsel rausziehen, Spanngurte einseitig lösen, Räder rausnehmen und auf die Achse aufstecken…).

Transport mit Packtasche

Ich habe die Einhängung des Stahl Sicherungseiles mit Karabiner gewählt, denkbar wäre auch ein kleiner Schäkel, weil ich damit zusätzlich einen einfachen Befestigungspunkt habe. Im Bild erkennt man auch die Gurtbefestigungen mit Schnallen. Hier sieht man auch die gekürzten Sterngriffschrauben, die jetzt bis zum Anschlag eingedreht werden können.

KarabinersicherungDer erforderliche leichte Umbau beim ersten Modell zum Outdoor Tisch kann jetzt entfallen; ich benutze stattdessen als feste Auflagefläche meinen Wasserkanister, der auch als Gewichtsbalance beim Ziehen dient. Der Tisch steht so exakt waagerecht und hat bei den 16 Zoll Rädern eine Höhe von gut 20 cm. (Beim Stuhl/Dreibein v. Quechua wurden die Eisenrohre ausgetauscht und ersetzt (und etwas gekürzt) durch die gleichen Alurohre wie beim Trailer – damit gewichtsmäßig um die Hälfte (jetzt nur noch 500 g) gegenüber Original reduziert.Outdoortisch

Auf der „Tischplatte“ läßt sich auch gut die DIY 10 € – Küche von Ikea mit Holz befeuern und sicherer als hier auf dem Boden:

Autarkküche_3

Küche bestehend aus Ikea Ordning + Blanda blank Edelstahl Schüssel 20cm∅

Der “Hobo” wurde gebaut aus

  • Ikea Ordning Küchenutensilienhalter (4,99 €) mit ausgeflexter Feueröffnung,
  • Boden des Ikea Ordning Besteckständer (2,49 €) mit 2-3 cm Überstand, ausgesägt u. als Glutrost eingeschoben.

Als Topf läßt sich sehr gut die Ikea Schüssel Edelstahl Blanda blank, 20 cm ∅ (2,99 €) benutzen; sie faßt einen Inhalt von 1,5 Litern; damit läßt sich auch optimal Wok Pfannenrühren – mit der Zange vom Trangia als “Topf/Wok/Pfannengriff.” Die gesamte Küche (Ofen + Topf + Griffzange) wiegt nur 491 g; 1 Liter H2O kocht in ca. 4 – 5 min.

Gefahrlos auf öffentlichen Straßen bei schlechter Sicht od. Dunkelheit mit immer in der Senkrechten ausgerichteten Rückstrahlern (mit AAA Akkus aufladbar über meinen GoalZero Solarlader).Rücklicht

So ging ich mit dem neuen Modell auf erste Testfahrt am ersten Tag des neuen Jahres.

Anhänger beladenDas sind jetzt ca. 25 kg oder gut 80 ltr. Beladung; der Trailer „schwebt“ gerade in dieser Position frei durch einen Rundkanister mit 4 ltr. H2O im Bereich Boden des oberen Packsacks; zu hecklastig zum ziehen – deshalb verzurrte ich den oberen/kleineren Packsack etwas weiter nach vorne. Das ist der Vorteil von dieser Beladung – gute Gewichtverteilung.

Fazit: der Rucksacktrailer ist noch stabiler geworden. Die Zugvorrichtung läßt sich bequem durch Einschieben montieren und mit den zwei Sterngriffschrauben fixieren; dazu schiebt man über die Länge des Sicherungsseils mit eingehängtem Karabiner beide Rohre in die beiden größeren Rohre der Gepäckauflage, klickt den Karabiner ein und zieht das Sicherungsseil straff indem der Handgriff wieder heraus gezogen wird und dreht dann die beiden Sterngriffschrauben fest. Die Laufeigenschaften sind auch besser als beim Erstbau. Was mich vor allem aber verblüffte ist die Stabilität der neuen „Dual Deichsel“. Dadurch läßt sich sogar bei Hangquerfahrt durch Verdrehen des Handgriffs regulierend einwirken. Das war beim ersten Modell nicht möglich.

Wer sich den Rucksack Trailer nachbauen möchte, dem kann ich nur ans Herz legen, diese neue, zweite Variante zu bauen.

Edit: Gewicht kommt jetzt auf rd. 4 kg mit 12,5 Zollern, knapp 5 kg mit den großen Rädern – wobei alleine Räder/Achse jeweils rd. die Hälfte des Gesamtgewichts ausmachen. Materialkosten (alles Neuteile) 90€.

Copyright

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu 2013 – neues Modell

  1. Daniel R. schreibt:

    Ich plane momentan eine größere Wanderreise in Frankreich und habe im Internet nach Möglichkeiten für Wanderanhänger/Pilgerwagen etc. gesucht. Diese Seite hat mich jedoch dann wirklich überzeugt. Zuerst einmal kann ich mit den Anleitungen etwas anfangen, der Anhänger sieht stabil und gut aus und die Idee mit den Wasserkanistern ist einfach super.

    Zuletzt spielt bei mir als Student natürlich auch der Preis eine Rolle, sodass ich angenehm überrascht war zu sehen, dass man mit 100 Euro schon dabei ist. Bitte weitermachen, ich werde ebenfalls berichten, wenn ich meinen Anhänger fertiggestellt habe. Daumen hoch!

  2. Miri schreibt:

    Meinem Vorredner kann ich mich nur anschließen: Danke für die tolle Anleitung! Damit traue sogar ich mich, als unerfahrene Handwerkerin, einen Nachbau-Versuch zu starten. Wenn’s gelingt, würde ich noch gerne etwas gleichartiges auf 4 Rädern konzipieren, damit der Hund a la Sacco-Cart (in schmaler Ausführung und eher für Futter und Wasser als für Mitreisende gedacht) sein Futter ohne allzu großen Kraftaufwand selbst ziehen kann. Großer Hund, viiiiiiiiiiel Futterbedarf. Müsste dann so konzipiert werden, dass ich es auch vor mir her schieben könnte…

  3. Dr. Andreas Leo Faulstich schreibt:

    Eine sehr schöne Konstruktion. Weiter so!

  4. Michel schreibt:

    Ich schließe mich ebenfalls meinen Vorrednern an. 1000 Dank für diese tolle Vorlage und diese vielen tollen und praktischen Ideen. GROSSES LOB:
    Ich plane mit meiner Frau eine Weltreise zu Fuß ab Juli 2016. Nun waren wir auf der Suche nach einem Pilgerwagen der diesen Anforderungen gerecht wird. Außer teuer war im Netz nicht das Gewünschte zu finden. Dann stieß ich auf diesen Blog und BAAAM das ist der richtige Wagen. Bin dann auch gleich mit der Materialliste ab zum Baumarkt. Habe für 2 Wagen insgesamte Materialkosten mit Rädern und Achse von Schaleck von knapp 180€ gehabt. Bedeutet für einen Wagen nicht mal 90€.

    Eine kleine Änderung habe ich noch gemacht. Ich wollte den Handgriff auch im eingefahrenen Zustand noch zum Ziehen verwenden, aber ohne umständliches Umbauen der Deichsel. so habe ich statt 4 Löcher im Griff (zum Umstecken der Rohre) 2 Langlöcher eingefräst. Die verstärkten Rohre (Verstärkungen nur an belasteten Stellen, Achsaufnahme und Griff) sind im Griff mit einer innenliegenden Gewindestange verbunden, die an den Seiten des Griffes mit Serngriffschrauben befestigt ist. Bilder dazu hier:
    https://cloud.gmx.net/ngcloud/external?locale=de&guestToken=QzVnUHYpTcuZHWSCKmDyBw&loginName=michel0812@gmx.de
    So brauche ich nur die Splinte zu lösen, Deichsel einfahren, Splinte wieder rein. Die Stangen verschieben sich im Griff automatisch beim Einfahren der Deichsel. Somit ist ein schnelles Verstauen des Wagens im Auto, Bus, Bahn etc. möglich und es brauchen keine Schrauben gelöst zu werden, lediglich die Splinte. Nun sind die Wagen fast fertig und es kann bald auf die Reise gehen. Vielen Dank nochmals für diese tolle Vorlage. Es sind wieder 2 Wagen dieser Bauart mehr auf dieser Welt unterwegs 🙂 .

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s