Initiale Gedanken zum Rucksacktrailer

Da ich mich in der Regel auf Wegen und Pfaden in der Natur fortbewege, weniger in unwegsamem Gelände, kann ich in der überwiegenden Zeit einen Rucksacktrailer einsetzen als Gepäckträger. So benötige ich dann keinen sehr hochwertigen u. schweren Rucksack mit optimiertem Tragesystem. Ich habe 60-Liter-Rucksäcke mit einem Gewicht von rund 500 g. Für die seltenen Tragephasen soll das Gewicht des Trailers plus Rucksack nur unwesentlich über dem der sehr robusten Rucksäcke gleicher Größe liegen. Es gibt auf dem Markt m.W. mind. 13 verschiedene Transportsysteme für Gepäck; aus Deutschland, Niederlande, Schweiz, Frankreich, USA; mit einem Rad, mit zwei Rädern, große Räder, kleine Räder,  einfache Gleitlager Räder oder hochwertige Kugellager, mit Lufträdern oder Vollgummi, schwer, leicht, mit Bremse, ohne Bremse. Fast ausnahmslos werden diese Transportsysteme Bauart bedingt mit beiden Händen bewegt – oder zumindest ein- oder beidhändig ausbalanciert. Es gibt Systeme mit 10 kg und mehr in der Grundausstattung und solche mit 3,5 kg, mit Preisen ab 199€ bis 980€. Desweiteren existieren einige Selbstbautransportsysteme. Fast alle Bauarten sollen auch mehr oder minder gut schulterbar sein. Nachfolgend einige im Handel befindliche sowiehttp://unitrekker.com/ Selbstbausysteme, die mir bekannt sind; es gibt bestimmt noch mehr davon. Monowalker© Benpacker© Wheelie Sherpa-Trek Carrix® Dixon Rollerpack Trollix  Wanderanhänger Ultreia Winther Donkey Beach-Rolly Gogo-Kid Pack Wheel™ Carry Freedom City  Joe´s Sulky J. Villmar´s Selbstbau Selbstbau Glasfibergestänge aus franz. L-Forum Einrad Selbstbau aus franz. L-Forum Verschiedene Selbstbauvarianten in Reinholds Blog Desert Cart von bubab architects © 2007, Blösser Weiterer Selbstbau einrädrig Tatonka-Lastenkraxe, modifiziert <http://www.cart4go.de Der Vorteil des einen Systems ist meist der Nachteil des anderen. Ich für mich möchte ein Transportsystem, das mir die Möglichkeit gibt, mich damit fast unbehindert zu bewegen und meine Hände frei benutzen zu können. Bei vielen Systemen liegt mir persönlich der Lastschwerpunkt zu hoch, d.h. zu fern der Achse, was dann ein zusätzliches Hebegewicht erfordert – auch wenn es nur 3 – 4 kg sein sollten. Mein Modell soll zudem stabil genug und äußerst preisgünstig zu bekommen sein. Deshalb meine Entscheidung: zweirädrig mit Monodeichsel aus größtenteils schon vorgefertigten und auf dem Markt erhältlichen Teilen. Davon ausgehend ist folgende Planung entstanden (die mittlerweilen im Sinne von Multi Use abgeändert wurde: die Verstrebungen als Auflagefläche u. gegen Verwindung machen Platz für eine Alu Riffelplatte 1,5 mm): Meine Vorgaben für den Rucksacktrailer sind:

  • relativ leicht herzustellen,
  • bis ca. 100€ Materialkosten,
  • in Aluminium-Bauweise,
  • Kontruktion wenn möglich nach bionischen Gesichtspunkten,
  • Gewicht bis ca. 4 kg,
  • ohne komplizierten Umbau einfach zu schultern,
  • Mono-Deichsel,
  • teleskopierbar,
  • Metallspeicherräder mit Präzisionskugellager,
  • Lufträder mit Schlauch (auf Sand auch ‚platter‘ zu fahren),
  • mind. 12 1/2“ Laufraddurchmesser,
  • multi-use,
  • Laufräder bei Nichtgebrauch fest verstaubar,
  • in 1 min. mit max. 4-5 Handgriffen für Transport zerlegbar,
  • Größe muss den Maximal-Maßen entsprechen, die international überlicherweise von den meisten Airlines gefordert werden, ohne Übergepäck zahlen zu müssen (d.h. max.157, L+B+H),
  • an Gurtband (Gürteltasche) od. Schultertragesystem einklickbar oder mit einer Hand zu ziehen,
  • bei meinem Beladegewicht von ca. 20 kg stelle ich keine Anforderung an Bremsen,
  • muss freie Bewegung gewährleisten,
  • ohne Einsatz der Hände ziehbar, zusätzlicher Einsatz von Trekkingstöcken ist dadurch möglich,
  • Teleskopstangen ohne Werkzeug zu entfernen (zum Tarpaufbau),
  • außer dem Zuggewicht kein zusätzliches Hebegewicht, d.h. im Stand auf Hüfthöhe soll fast kein Gewicht zu heben sein (idealerweise 1 – 2 kg).

Nachdem die wichtigsten Bauteile angekommen sind, wurde eine lose Fixierung vorgenommen um überhaupt eine Vorstellung zu bekommen, ob meine Gedankenspiele auch in der Tat funktionieren können. Im Rucksack wurden ca. 25 kg (5-Literkanister Wasser, Hantelgewichte) verpackt. Mit diesem Gewicht kann man in Hüfthöhe (ca. 1 m) die Deichsel mit der Spitze des kleinen Fingers ohne Kraftaufwendung halten! Der Rollwiderstand auf der Ebene ist minimal, der ‚Anhänger‘ läßt sich ganz leicht ziehen. Bis jetzt sind meine Erwartungen sogar übertroffen. Jetzt geht´s an die eigentliche Arbeit: Verstärkung Achsaufnahme bauen, Rucksackauflagefläche erstellen u. vernieten, verstellbaren Handgriff mit Moosgummiüberzug … und das Ganze soll auch meine Gewichtsgrenze nicht übersteigen; bis jetzt liege ich bei guten 2564 g – und es wird nicht mehr viel hinzukommen. Copyright

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2 Antworten zu Initiale Gedanken zum Rucksacktrailer

  1. R.Uhl schreibt:

    schau mal in meine Webseite r-camino.blogspot.com dort haben wir einiges gesammelt, auch Erfahrungen beim Bau unserer carretidos

  2. jakob zinkowski schreibt:

    hallo
    ich bin einfach begeistert von der ausführlichen Beschreibung und den Fotos!!
    ich arbeite selbst an einem Prototyp welcher eine Mischung aus Rucksack, Handwagen, Fahrradwagen und Schlitten sein wird und diese leichte Bauweise ist genau das was ich auch vorhabe und deshalb Respekt für diesen erfolgreichen Bau und weiter so! Viele Grüße Jakob

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